Datum: 29. März – 08. April 2018
Fluggesellschaft: Lufthansa
Fortbewegungsmittel: Auto mit Chauffeur und privatem Guide
Geschichte, Kultur und lebendige Traditionen – antike Stätten und islamische Kunst. Persien, das Land zwischen Innerasien und Arabien, Indien und Mesopotamien, hatte schon immer für das Abendland den Hauch von Exotik, monarchischem Glanz, kulturellem Reichtum und Schönheit. Der Gegensatz zum christlichen Armenien ist gross, aber gerade dies macht den Reiz der Kombination dieser zwei so unterschiedlichen Länder und Reiseziele aus.
Die Route führte uns vom Ausgangspunkt Teheran, der Hauptstadt des Iran, über die Oasenstadt Kashan (am Rande der grossen Salzwüste) nach Isfahan.
Iran
Isfahan liegt in einem fruchtbaren Tal, rundum von Gebirgszügen eingefasst. Die Highlights dieser zwei Millionen Einwohnerstadt sind die historischen Brücken und der eindrückliche Imam-Platz, auf Persisch Naqsh-e Jahan genannt. Dieser rund 150m breite und ca. 500m lange, exakt rechteckige Platz, gehörte zum Palastareal, das in der Regierungszeit Schah Abbas I. konzipiert und errichtet wurde. Weiter geht es in die Lehmstadt Yazd, neben Sanaa die grösste Lehmstadt der Welt. Ein Spaziergang durch die Altstadt und der Besuch eines persischen Kaffeehauses, lassen uns ein endgültig eintauchen in die exotische Welt des faszinierenden Irans.
Der Weg führt uns nun südwärts nach Shiraz. Unterwegs besuchen wir das iranische Tal der Könige, Nekropole Naqsh-E-Rostam genannt, mit den gut erhaltenen Felsengrabstätten, bevor wir Persepolis erreichen. Bereits seit dem 14. Jh. nach Christus berichteten Reisende von den weithin sichtbaren Ruinen von Persepolis. Ein Musterwerk der Antike.
In Shiraz, der Stadt der Rosen und Nachtigall, bewundern wir die Nasir-al Molk Moschee, auch bekannt als Pinke Moschee. Das Farbenspiel am Vormittag durch die Glasscheiben ist unbeschreiblich schön. Mitten in den Parkanlagen mit ihren Bassin, den Pflanzenkübeln und Rosenrabatten liegen die Mausoleen von Saadi und Hafez, den berühmten iranischen Dichtern.
Wir fliegen mit der iranischen Fluggesellschaft Aseman nun in den Norden des Landes nach Tabriz. Die Besichtigung der Blauen Moschee, des Aserbaidschanmuseum und des weltweit grössten Bazars (und dies fast ohne Touristen) begeistern uns. In den Bergen westlich von Tabriz besuchen wir das Höhlendorf Kandovan, das auf 2250m gelegen ist und im Frühjahr noch von Schneebergen umrandet wird.
Armenien
Unser Guide bringt uns am nächsten Tag zum Grenzübergang nach Armenien, die abwechslungsreiche Fahrt durch die grüne und fruchtbare Gegend führt entlang dem Grenzfluss Arax ins Dreiländereck Iran, Aserbaidschan und Armenien. Der Grenzübertritt ist ein Erlebnis, jedoch unerwartet einfach und unproblematisch. Auf der armenischen Seite werden wir von unserer Reiseleiterin bereits wieder erwartet und tauchen ein in ein komplett anderes Land. Am Fusse der armenischen Berge erreichen wir Goris, entworfen auf dem Reisbrett. In Armenien ist der Frühling erst gerade eingekehrt und die Mandel- und Obstbäume stehen in schöner Blüte.
Die längste Seilbahn der Welt, bringt uns über eine Schlucht zum Tatev-Kloster, einem der bedeutendsten Architekturdenkmäler des Landes. Auf der Weiterfahrt machen wir einen Halt beim frühzeitlichen Gräberfeld und der antiken Siedlung Karahunj, welche oft mit dem englischen Stonehenge verglichen wird. Auf einer kurvigen Panoramastrasse überqueren wir den 2410m hohen Selimpass und erreichen schlussendlich den wunderschönen Sewansee. Ein Meer, so nennen die Einheimischen die blaue Perle Armeniens, welcher zu den höchst gelegenen Seen der Welt gehört. Die berühmten Klosterkirchen auf der Halbinsel runden das friedliche Bild dieser Gegend noch so richtig ab.
Den letzten Tag verbringen wir in der pulsierenden Hauptstadt Yerewan und geniessen den wunder-schönen Ausblick auf den grossen und kleinen, aber in der Türkei gelegenen Berg Ararat. Mit dem Besuch der Genozid- Gedenkstätte mitten in Yerewan werden wir mit der traurigen armenischen Vergangenheit konfrontiert. Und hier in der Stadt wird uns die riesige Schere zwischen Arm und Reich, Stadt und Landbevölkerung so richtig bewusst vor Augen geführt.
Diese Reise hat uns von Anfang bis zum Schluss in jeglicher Hinsicht fasziniert und begeistert. Die prächtigen Bauten und Paläste, die alten Kloster und die einmaligen Moscheen liessen uns in eine andere Welt eintauchen. Sehr positiv überrascht waren wir von der Freundlichkeit und Offenheit der Bevölkerung. Die täglichen Begegnungen und Diskussionen mit den Menschen, die Erlebnisberichte aus der Geschichte wie aus dem aktuellen Leben, haben uns tief berührt. Wir haben uns überall sehr sicher gefühlt und diese Reise hat unseren Blickwinkel und unsere Einschätzung zu diesen beiden Ländern verändert.



