Besuchtes Land: Namibia
Datum: September 2025
Geschrieben von: Renzo Maletti
Fortbewegungsmittel: Auto mit Driverguide
Namibia – ein faszinierendes Land voller Kontraste
Gerne stelle ich Ihnen zwei beeindruckende Regionen vor:
Kalahari, die etwas andere Wüste
Der grösste Teil der Kalahari Wüste liegt in Namibia und Botswana. Sie unterscheidet sich wesentlich von der bekannten Namib Wüste, welche an Namibias Atlantikküste liegt. Kalahari liegt in einer Klimazone, die gelegentlich für Regengüsse sorgt. Somit gibt es auch ein Pflanzenwachstum. Die imposante Landschaft ist bewachsen mit Büschen, Dornensträuchern und Akazienbäumen. Die orangeroten Sanddünen sind kleiner als in der Namib aber nicht weniger eindrucksvoll. Mit einem lokalen Guide haben wir frühmorgens eine Buschwanderung unternommen, dieser hat uns über die essbaren und heilenden Pflanzen sowie das Spurenlesen informiert. Auch wurden wir in die alten Traditionen und Rituale des Jäger- und Stammvolkes SAN eingeführt. Heutzutage leben nur noch wenige nach dieser Art. Wir erhielten auch eine Einführung der Khoisan(Klick)sprache und versuchten ein paar Wörter auszusprechen, was uns aber nicht gut gelungen ist. Die Kalahari hat auch eine reiche Tierwelt wie Giraffen, Zebras, Hyänen, verschiedene Antilopenarten und die riesigen Vogelnester auf den Bäumen auch «Kalahari Hotels» genannt.
Damaraland
Das Damaraland gehört für mich zu den landschaftlich spektakulärsten Regionen Namibias. Die Gegend ist eine trockene Halbwüste mit weiten Ebenen, eindrucksvollen Felsformationen und markanten Granitkuppen wie die Spitzkoppe. Charakteristisch für das Damaraland sind zudem die vielen Trockenflüsse wie der Aba-Huab und der Hoanib die auf vielen Kilometern durchziehen.
Faszinierend sind in Twyfelfontein die vielen alten Felszeichnungen und Felsgravuren (Petroglyphen) der SAN (Buschleute), von denen über 2500 gezählt wurden. Bemerkenswert ist, dass die Gravuren ohne metallische Werkzeuge hergestellt sind. Da hier viele Quarzsplitter gefunden wurden, vermutet man, dass die Werkzeuge dafür aus Quarz waren.
«Das Lebende Museum» der Damara ist das erste traditionelle Damara – Projekt in Namibia und das Einzige seiner Art – weltweit! Wir besuchten das Museum und erfuhren wie die Damara vor Jahrhunderten lebten und erhielten einen Einblick in deren Kultur inklusive Schmiedekunst (Herstellung von Waffen und Handwerkszeug), Gerben von Leder und Produktion traditioneller Kleidung, Schmuckherstellung, traditionelle Damara-Tänze und Gesänge.
Auf den Naturfahrten mit unserem Ranger von der Lodge kamen wir auch vielen Tieren nahe: Springböcke, Onyxe, Strausse. Die Highlights waren aber die Begegnungen mit je einer Nashorn- und Elefantenfamilie. Das Damaraland ist einer von zwei Orten weltweit wo Wüstenelefanten leben. Der Ranger folgte dem frischen Elefantenkot und den Spuren und so wurden wir nach langem Suchen belohnt mit einem besonderen Erlebnis. Ein Elefantenbulle rüttelte so stark an einem Akazienbaum bis die Schoten herunterfielen. So konnte dann die ganze Familie davon essen.
Im Damaraland gibt es auch eine ganz spezielle Unterkunft, die Onduli Ridge. Die Lodge in der privaten Doro Nawas Konzession, liegt mitten im Nirgendwo. Gebaut zwischen zwei Granitfelsen bietet die Onduli Ridge einen atemberaubenden Ausblick über die einzigaritige Landschaft des Damaralandes bis zum höchsten Berg Namibias, dem Brandberg.
Die sechs alleinstehenden Suiten liegen raffiniert versteckt zwischen Granitblöcken. Das halboffene Badezimmer wurde gekonnt in die Felsen gebaut. Die Läden und Fenster der Suite können komplett geöffnet und das grosse Bett kann auf Wunsch auf die private Terrasse gerollt werden, um die Nacht unter dem afrikanischen Sternenhimmel zu verbringen. Einfach Traumhaft.


