Besuchtes Land: Namibia
Datum: 21.9–11.10.2024
Geschrieben von: Sandra Hanisch
Fortbewegungsmittel: Mietwagen mit Dachzelt
Abenteuer Namibia
Unsere abenteuerliche Reise startet in Windhoek mit der Übernahme unseres Fortbewegungsmittels: 4×4 Toyota Hilux mit Doppel-Dachzelt für 3-4 Personen. Für uns als Familie (3 Personen) ist es das ideale Transportmittel, um sicher über alle Schotterpisten, Sandstrassen und Dünenlandschaften zu kommen. Top ausgerüstet mit 2 Dachzelten inkl. Campingausrüstung machen wir uns auf den Weg zum ersten Campingplatz.
Sesriem
Auf dem Sesriem Oshana Camping erwartet uns ein Standplatz in unmittelbarer Nähe zum Eingang des Sossulsvlei Nationalparks, direkt an der wunderschönen Dünenlandschaft mit tollem Sonnenuntergangsblick. Ideal, um am frühen Morgen um 05:45h als eine der Ersten, rechtzeitig zum Sonnenaufgang, im Deadvlei anzukommen. Die letzten 5km sind nur mit einem Allrad und etwas Abenteuerlust im eigenen Auto zu bewältigen. Luft aus den Pneu’s lassen und los geht’s, durch die Dünen bis zum Deadvlei. Das schöne Licht am Morgen und die wenigen Besucher entschädigen für das frühe Aufstehen! Die über 800 Jahre alten Bäume zeichnen sich wunderschön in dieser Dünenlandschaft ab. Am Nachmittag wandern wir durch den nahe gelegenen Sesriem Canyon. Bei einem Lagerfeuer und beeindruckendem Sonnenuntergang lassen wir den Tag ausklingen. Die Übernachtung im Dachzelt erleben wir als wunderbar naturnah mit vielen Geräuschen aus der Wüste und tierischen Besuchern (Oryx, Antilopen, Wüstenfüchse).
Swakopmund / Walvis Bay
Da die Strassen in Namibia meistens Sandpisten, Salz- oder Schotterstrassen sind, muss immer genügend Zeit für die Fahrt eingerechnet werden. Die schöne, abwechslungsreiche Landschaft und die vielen Tiere, die unterwegs zu sehen sind, machen jede Fahrt zu einem Erlebnis. Nachdem wir Sesriem bei 34 Grad und Sonne verlassen haben, kommen wir im nebligen, mystischen Swakopmund bei 16 Grad an. Die kalten Meeresströmungen sind für diesen Klimawechsel verantwortlich und verhelfen diesem Küstenabschnitt durch den Nebel zu lebensnotwendiger Feuchtigkeit.
Unser erster Ausflug an der Küste führt uns früh morgens nach Walvis Bay, bekannt für den tiefen Naturhafen und die umliegenden Salinen. Eine Eco Marine Kayak Tour, die sich auf Seehunde konzentriert, ist ein tolles Erlebnis für Naturliebhaber!
Während der Tour paddeln wir durch die ruhigen Gewässer der Walvis Bay Lagune und haben die Chance, mit verspielten Seehunden zu interagieren. Diese freundlichen Tiere kommen oft nahe an die Kajaks heran, oder springen sogar mit an Bord, und sorgen so für unvergessliche Momente.
Am Abend treffen wir uns mit einem Guide von ‘Living Desert’ Tours nördlich von Swakopmund für ein weiteres Naturerlebnis.
In der Dunkelheit erwacht die Wüste zum Leben: viele Tiere, die tagsüber versteckt sind, werden aktiv. Wir sehen nachtaktive Tiere wie Geckos und verschiedene Insekten, die unser Guide mit viel Wissen und einer speziellen Technik lokalisiert und uns viele spannende Informationen über ihre Lebensweise gibt. Mit einer speziellen UV Leuchte erstrahlen die Tiere in einem beeindruckenden Kleid! Es ist ein einzigartiges Abenteuer, das nicht nur die Schönheit der Wüste zeigt, sondern auch ein tiefes Verständnis für das fragile Ökosystem vermittelt.
Terrace Bay
Wir machen uns auf den Weg Richtung Norden, das Ziel ist die Skeleton Coast mit Terrace Bay. Die Skeleton Coast ist ein faszinierendes und zugleich unheimliches Reiseziel, das für seine raue Schönheit, dramatische Landschaft und die schroffen Klippen bekannt ist. Der Name „Skeleton Coast“ stammt von den zahlreichen gestrandeten Schiffen, die dort zu finden sind und perfekte Motive für Fotografen bieten. Durch den Skeleton Nationalpark kann man nur fahren, wenn man eine Übernachtung gebucht hat. Auf dem Weg lohnt sich ein Abstecher zur Robbenkolonie in Cape Cross. Hier gilt das Motto: der Weg ist das Ziel – die Wüstenlandschaft ändert alle paar Kilometer die Farbe und ist schlicht atemberaubend!
Damara Land, Doro Nawas Camp
Doro Nawas liegt in der Nähe des berühmten UNESCO-Weltkulturerbes Twyfelfontein, das für seine Felsmalereien und Petroglyphen bekannt ist. Die Region ist geprägt von beeindruckenden Felsformationen und einer vielfältigen Flora und Fauna.
Die Crew vom Doro Nawas Camp begrüsst uns herzlich und wir versinken in diese wunderbare Stimmung ohne Hektik, Stress und Internet. Mit einem Guide machen wir uns am späten Nachmittag auf die Suche nach den Wüstenelefanten. Sie sind eine spezielle Unterart der afrikanischen Elefanten, die in den trockenen Wüstengebieten Namibias leben. Diese Elefanten haben sich an die harschen Bedingungen angepasst, indem sie in der Lage sind, lange Strecken auf der Suche nach Wasser und Nahrung zurückzulegen. Sie können Wasserquellen finden, die oft mehrere Kilometer entfernt sind. Dank des grossen Wissens des Guides wurden wir fündig und hatten ein absolut magisches Erlebnis beim Sonnenuntergang: 2 grosse Elefanten (Grossmutter und Mutter) mit einem 3 monatigen Jungtier!
Nach der wunderschönen Tour erwartet uns ein tolles Barbeque auf dem Dach des Camps – ausgerüstet mit wärmenden Decken und Bettflaschen lassen wir einen eindrücklichen Tag Revue passieren. Die Nacht verbringen wir auf der Terrasse unter dem klaren Sternenhimmel dank dem Bett auf Rollen.
Etosha Nationalpark:
Wir sind gewappnet für die lange Fahrt vom Damara Land bis zum Etosha-Nationalpark. Das Mushara Bush Camp befindet sich am Osteingang des Parks, von wo aus wir unsere Safari starten können. Das Camp bietet komfortable Zeltunterkünfte in einer malerischen Umgebung. Die Zelte sind gut ausgestattet, mit en-suite Badezimmern und privaten Veranden, die einen Blick auf die umliegende Natur bieten. Der Stil des Camps kombiniert rustikalen Charme mit modernen Annehmlichkeiten. Auch hier lohnt sich das frühe Aufstehen, unser Guide wartet um 06:00h, um uns auf eine Halbtages-Tour durch den Etosha-Nationalpark mitzunehmen. Mit etwas Glück und den sehr erfahrenen Guides erleben wir viele Tiere hautnah: Elefanten, Giraffen, Leoparden, Löwen, Nashörner und viele mehr. Auch als Selbstfahrer lohnt sich der Besuch im Nationalpark: mit der Zeit haben wir ein Auge für die vielen, wilden, wunderschönen Tiere und finden sie auch gut getarnt unter den Bäumen und im hohen Gras.
Waterberg Plateau:
Unser nächstes Ziel ist der Campingplatz beim Waterberg Plateau. Das Plateau erhebt sich dramatisch aus der umgebenden Landschaft und bietet eine spektakuläre Aussicht auf die Umgebung. Die charakteristischen roten Felsen und Klippen machen es zu einem beliebten Ziel für Fotografen und Naturbegeisterte. Mit einem Ranger machen wir uns zu Fuss auf den Weg, die vom aussterben bedrohten Breitmaulnashörner zu suchen. Als wir auf alle 7 Nashörner, die in diesem Gebiet leben, treffen, ist die Freude riesig aber auch der Respekt vor diesen Tieren! Ranger beschützen die Tiere vor Wilderern und erklären uns, wie wir uns den Tieren nähern sollen, ohne sie aufzuschrecken. Rhino Tracking im Waterberg ist nicht nur ein aufregendes Abenteuer, sondern auch eine wichtige Möglichkeit, zum Schutz dieser beeindruckenden Tiere beizutragen.
Okonjima / Africat:
Der letzte Stop auf dem Weg zurück nach Windhoek ist ‘Africat’ im Schutzgebiet Okonjima. Africat ist eine bemerkenswerte Organisation in Namibia, die sich dem Schutz und der Erhaltung von Grosskatzen und ihrem Lebensraum widmet. Natürlich buchen wir für den nächsten Morgen sofort das Leopard Tracking. Auch hier hat sich das frühe Aufstehen gelohnt! Der erfahrene Ranger verfügt über umfangreiche Kenntnisse der Leoparden und ihrer Verhaltensweisen. Die Guides nutzen GPS-Halsbänder, um die Bewegungen der Leoparden zu verfolgen und die besten Beobachtungsmöglichkeiten zu finden. Wir hatten das Glück, dass wir einen Leoparden bei der Lauer auf Impalas beobachten durften – bis plötzlich sein ‘kleiner Bruder’ auftauchte und wir dem Spiel der beiden Grosskatzen beiwohnen durften. Absolut einzigartig!
Langsam führt uns die Reise zurück nach Windhoek, wo wir uns wieder an die Zivilisation gewöhnen ‘müssen’. Eine spannende, eindrückliche und abenteuerliche Reise mit vielen schönen Erinnerungen geht zu Ende!


