TIBET

Therese und Balz Stump

Tibet

Besuchtes Land: China
Datum: 09.05. – 20.05.2024
Geschrieben von: Therese Stump 
Fortbewegungsmittel: Inlandflüge, Bahn, Auto

Tibet wird als das „Dach der Welt“ bezeichnet und ist ein mystischer Ort, der nicht nur geografisch, sondern auch kulturell und spirituell einmalig ist. Tauchen wir doch zusammen ein in dieses Abenteuer. Denn der Weg dorthin ist nicht gerade einfach. Eine der spektakulärsten Möglichkeiten, das Hochland zu erreichen, ist mit der Lhasa-Bahn – einer der höchsten und eindrucksvollsten Bahnstrecken der Welt.

Nach einem spannenden Aufenthalt in der modernen Metropole Shanghai fliegen wir nach Xining, der Hauptstadt der Provinz Qinghai, von wo aus die Lhasa-Bahn startet. Die Lhasa-Bahn wurde 2006 eröffnet und verbindet Xining mit Lhasa über eine Strecke von etwa 1.956 Kilometern. Diese Strecke führt durch einige der schönsten Landschaften Chinas, wo Schaf – und Yakherden gemächlich über die Weiden ziehen. Der Zug schlängelt sich gemächlich durch die karge Landschaft des tibetischen Hochlandes, vorbei an weiten Salzseen, tiefen Schluchten und schneebedeckten Gipfeln. Ein Highlight ist die Querung des Tanggula-Passes, der mit 5.072 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Punkt der Strecke ist. Je näher wir der Hauptstadt kommen, desto grüner und lebendiger wird die Landschaft. Die letzten Kilometer bieten einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge und die Stadt selbst, die sich langsam am Horizont abzeichnet. Lhasa: Die Stadt des Himmels

Der Bahnhof von Lhasa ist modern und gut ausgestattet, aber die Atmosphäre ist immer noch sehr tibetisch. Hier spürt man sofort die spirituelle und kulturelle Bedeutung der Stadt, auch wenn sich vieles sonst in Lhasa schon sehr «chinesisch» anfühlt. Lhasa zieht uns sofort in seinen Bann. Schon beim ersten Blick auf den Potala-Palast, der majestätisch auf einem Hügel thront, wird mir bewusst, dass dies ein Ort wie kein anderer ist. Der Palast, einst die Winterresidenz des Dalai Lama, beeindruckt nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch seine spezielle Architektur und seine spirituelle Bedeutung. Ein Besuch im Jokhang-Tempel, dem wichtigsten religiösen Zentrum Tibets, ist ein weiteres Muss. Hier versammeln sich Pilger aus ganz Tibet, um ihre Gebete darzubringen und die heiligen Relikte zu verehren. Unvergessliche Momente sind es, mitzuerleben, wie tibetische Buddhisten ihre Rituale und das Umkreisen heiliger Stätten mit grosses Ehrfurcht begehen. Für uns eine komplett fremde Welt.

Nach zwei Tagen in der heiligen Stadt führt uns die Reise weiter durch das Hochland nach Shigatse. Die Straße schlängelt sich durch eine Landschaft, die fast surreal wirkt – endlose Weiten, majestätische Berge und kristallklare Seen. Der Yamdrok-See, ein himmelblauer Salzsee auf über 4.000 Metern Höhe, bietet einen atemberaubenden Anblick. Die Farbe des Wassers verändert sich je nach Tageszeit und Wetter, und es fühlt sich an, als ob man in eine andere Welt eingetaucht ist. In Shigatse angekommen, besuchen wir das Tashilhunpo-Kloster, das zweitwichtigste Kloster Tibets. Die beeindruckende Statue des Jangtse-Tempels, die als eine der größten Buddhastatuen der Welt gilt, lässt uns ehrfürchtig innehalten. Hier kann man die tiefe Spiritualität und die historische Bedeutung dieses Ortes förmlich spüren.

Abseits der beeindruckenden Landschaften und historischen Stätten sind es die Menschen, die Tibet zu einem so besonderen Ort machen. Trotz der rauen Bedingungen und der hohen Höhenlage empfängt einen die tibetische Bevölkerung mit herzlicher Freundlichkeit und Offenheit. Die tibetische Kultur, reich an Traditionen und Ritualen, spiegelt sich in jedem Aspekt des Lebens wider – von den bunten Gebetsfahnen, die in den Winden wehen, bis hin zu den kunstvollen Mandalas und Gebetsrädern, die überall zu finden sind. Tibet ist es wert, entdeckt zu werden.