Auge in Auge mit dem Silberrücken!
Balz Stump hatte vor einiger Zeit die einmalige Gelegenheit an einem Gorilla-Trekking in Uganda teilzunehmen. Wenige Lebewesen auf der Welt haben die Aufmerksamkeit der Menschen so gefesselt wie der Gorilla. Alle Arten von Gorillas sind vom Aussterben bedroht. Die Zahl der Berggorillas ist laut jüngsten Zählungen auf ca. 600 Exemplare zusammengeschrumpft. Balz Stump erzählt uns in einem spannenden Interview von seinen Eindrücken dieser Reise.
Was ist der besondere Reiz an einem Gorilla-Trekking?
Die ganze Wanderung durch den dichten Dschungel ist schon ein riesen Erlebnis. Der Fussmarsch zu den Gorillas beginnt am frühen Morgen. Man folgt einem Pfad durch den dichten Urwald und nicht selten muss man sich den Weg mit einer Machete freischlagen. Das Highlight folgt nach den ganzen Anstrengungen: Die Gorilla-Familie! Vom kleinen Baby-Gorilla bis zum Silberrücken – dem Anführer der Gruppe, ist alles dabei.
Bekommt man die Tiere beim Trekking garantiert zu sehen?
Grundsätzlich ja, die Ranger wissen in welchem Gebiet sich dich Tiere am Vortag aufgehalten haben und folgen den Spuren. Mit Glück findet man die Tiere bereits nach 2-3 Stunden und manchmal erst nach 7-8 Stunden.
Wie muss man sich auf ein Gorilla-Trekking vorbereiten?
Langärmelige Hemden und lange Hosen sind ebenso zu empfehlen wie eine mehrschichtige Kleidung, da die Temperaturen rasch ansteigen. Gute Schuhe sind zwingend notwendig, sowie Gartenhandschuhe mit festem Gummiprofil und Stulpen für die Beine. Im Gepäck darf auch ein Regenschutz nicht fehlen. Mehr dazu finden Sie hier.
Ein Gorilla-Trekking in Uganda bedingt eine Genehmigung welche sehr teuer ist. Wieso?
Für jedes Trekking benötigt man eine Genehmigung, welche ca. 700 USD kostet. Diese können wir vorgängig für unsere Kunden einholen. Dieses Geld dient zum Schutz der Gorillas. Da die Tiere vom Aussterben bedroht sind, werden sie vom Staat versorgt. Man will mit dieser hohen Gebühr auch den Massentourismus einschränken. Die Tiere sind genetisch gesehen zu 99% mit dem Menschen identisch und damit für sämtliche Krankheiten anfällig, die der Mensch mit in den Dschungel bringt. Ihr Immunsystem ist aber auf solche Krankheiten nicht eingestellt und bereits für uns harmlose Erreger, können für den Gorilla fatale Folgen haben. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Besucherzahlen kontrolliert werden und sich alle Besucher an bestimmte Regeln halten, um das Leben der Gorillas nicht zu gefährden.
Wie können wir uns die Infrastruktur vor Ort vorstellen?
Die Lodges vor Ort sind gut eingerichtet. Diese bestehen in der Regel aus grosszügigen Zelten auf hölzernen Plattformen mit einer Veranda zum Verweilen, Geniessen und den Stimmen des Waldes zu lauschen.
Was war dein schönstes Erlebnis in den 8 Tagen?
Natürlich die Begegnung aus nächster Nähe mit dem Silberrücken. Ein einmaliges Erlebnis war aber auch das Schimpansen-Trekking durch den Kibale Forest Nationalpark. Hunderte von Schimpansen, welche laute Geräusche von sich geben und munter auf den Bäumen am Fressen sind.
Wie hast du die Bevölkerung erlebt?
Die Menschen sind sehr freundlich aber eher verschlossen. Uganda hat eine der jüngsten Bevölkerungen der Welt.
Welchen Leuten empfiehlst du dieses Trekking?
Leute, welche sehr an der Natur und Tieren interessiert sind. Es ist jedoch wichtig, dass man in einer guten körperlichen Verfassung ist, um das lange Trekking bei einem wechselnden Klima zu schaffen.
Wie viel Zeit sollte man idealerweise für diese Reise mitbringen?
Mindestens 7-10 Tage.
Muss man vor der Reise nach Uganda besondere Vorkehrungen treffen?
Die Gelbfieber- und Choleraimpfung wird vorgeschrieben. Malariaschutz sollte im Gepäck auch nicht fehlen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Reise kann grundsätzlich das ganze Jahr gemacht werden. Während der Regenzeit ist das Trekking jedoch anstrengender und anspruchsvoller. Von März bis Mai ist die grosse Regenzeit und von Oktober bis November die kleine Regenzeit. Die Temperaturen sind ganzjährig zwischen 21-30 Grad. Im Bwindi Impenetrable Forest sind die Temperaturen etwas kälter als an den anderen Orten, aufgrund der höheren Lage.
Gibt es gute Kombinationsmöglichkeiten zu dieser Reise?
Kenia (Safari & Badeferien) oder das Nachbarland Ruanda via Landweg. In Ruanda leben ebenfalls Gorillas.


