Australien
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Geschrieben von: Sandra Hanisch
Abenteuer Nord-West Australien: Mit dem 4WD und Dachzelt durch den Outback-Traum
Start in Darwin
Unsere Reise begann in Darwin, der tropischen Hauptstadt des Northern Territory. Hier spürt man sofort den entspannten Lebensstil des australischen Nordens. Nach 2 Tagen Akklimatisierung und letzten Vorbereitungen für das grosse Abenteuer hiess es: Allradfahrzeug übernehmen, Vorräte einkaufen und auf in die Kimberley-Region.
Litchfield Nationalpark
Bevor wir uns auf die lange Reise Richtung Kimberley machten, verbrachten wir die 1. Nacht im Dachzelt unseres Toyota Hilux im Litchfield Nationalpark südlich von Darwin. Der Nationalpark bietet eine beeindruckende Mischung aus Wasserfällen, tropischen Wäldern und spektakulären Outback-Pisten. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns die Fahrt zu den Surprise Creek Falls. Schon die Anreise war ein kleines Abenteuer. Die Strecke führte über Schotterpisten und durch mehrere Flüsse, wodurch wir erstmals einen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Offroad-Abenteuer der Reise bekamen. Am Ende der Strecke wartete ein wunderschöner, abgeschiedener Wasserfall, der seinem Namen alle Ehre macht. Eingebettet zwischen Felsen und tropischer Vegetation bilden die Surprise Creek Falls mehrere natürliche Pools, die zum Schwimmen einladen.
Abenteuer auf der Gibb River Road
Die Gibb River Road gehört zu den bekanntesten Outback-Strecken Australiens. Mehr als 600 Kilometer Schotterpiste führen durch eine der abgelegensten und schönsten Landschaften des Kontinents. Staubige Strassen, Flussdurchfahrten und spektakuläre Schluchten machten jeden Tag zu einem kleinen Abenteuer.
Emma Gorge – eine Oase im Outback
Einer der ersten Höhepunkte war die Emma Gorge. Schon der Wanderweg durch das trockene Flussbett ist beeindruckend, doch am Ende wartet ein ganz besonderes Naturschauspiel: ein tiefes Wasserloch, umgeben von steilen Felswänden und gespeist von einem Wasserfall. Nach der Wanderung in der Hitze war das kühle Wasser einfach perfekt. Die versteckten heissen Quellen rundeten das Erlebnis ab.
Mit dem 4WD zu den Wunnamurra Falls
Das wohl aufregendste Offroad-Erlebnis der gesamten Reise war die Fahrt zu den Wunnamurra Falls. Die Strecke verlangte dem Fahrzeug und den Nerven einiges ab. Tiefe Spurrinnen, felsige Passagen und steile Anstiege machten schnell klar, warum ein echter 4WD hier unverzichtbar ist. Die Anstrengung wurde jedoch belohnt. Die Wunnamurra Falls liegen abgelegen und sind nur für wenige Besucher erreichbar. Als wir ankamen, hatten wir das Gefühl, einen geheimen Ort entdeckt zu haben. Wasserfälle, natürliche Pools und völlige Stille machten diesen Tag unvergesslich.
Manning Gorge – Ein Klassiker mit Überraschungen
Ein weiteres Highlight entlang der Gibb River Road war die Manning Gorge. Bereits der Start der Wanderung war ungewöhnlich. Mit einem Transportfass für unsere Kleidung mussten wir zunächst schwimmend einen Fluss überqueren, bevor der eigentliche Trail begann.
Der Weg durch die Buschlandschaft führte schliesslich zu einem breiten Wasserfall und einem riesigen natürlichen Pool. Wer genau schaute, konnte jahrtausende alte Felsmalereien entdecken. Das Schwimmen unter den Wasserfällen zählte zu den schönsten Momenten unserer Zeit in den Kimberleys.
Bell Gorge Wilderness Retreat
Nach einigen Tagen auf staubigen Pisten freuten wir uns auf den Aufenthalt im Bell Gorge Wilderness Retreat. Die komfortablen Safarizelte boten genau die richtige Mischung aus Abenteuer und Erholung.
Von dort aus besuchten wir die wunderschöne Galvans Gorge. Der kleine Wasserfall, die ruhigen Wasserlöcher und die beeindruckenden Boab-Bäume machten diesen Ort zu einem der idyllischsten Plätze entlang der gesamten Strecke. Der Leguan beäugte uns von seinem Sonnenplatz aus genau.
Von Broome bis Exmouth
Nach den rauen Tagen im Outback erreichten wir Broome. Die Stadt bildet einen faszinierenden Kontrast zur Einsamkeit der Kimberleys. Berühmt für ihre Perlengeschichte und den endlosen Cable Beach, lädt sie zum Entspannen ein.
Unser eigentliches Highlight lag jedoch südlich von Broome: das Eco Beach Resort.
Ein Beach House direkt am Meer
Für einige Tage tauschten wir Staub und Schotter gegen Meeresrauschen und Sonnenuntergänge. Unser Beach House im Eco Beach Resort bot einen unglaublichen Blick auf den Ozean. Morgens wachten wir mit dem Klang der Wellen auf, abends genossen wir spektakuläre Sonnenuntergänge, bei denen sich Himmel und Meer in den schönsten Orange- und Rottönen färbten.
Es war einer jener Orte, an denen man problemlos die Zeit vergisst.
Neben den komfortablen Unterkünften gehörten auch einfache, abgelegene Campingplätze zu den schönsten Erfahrungen der Reise. Besonders Gnoorea Point hat uns begeistert.
Hier gibt es keinen Luxus, aber eine Freiheit und Ruhe, die man kaum noch findet. Direkt am Meer campieren, den Sternenhimmel beobachten und nachts nur das Rauschen der Wellen hören. Mehr braucht es manchmal nicht.
Weiter ging es entlang der Westküste nach Exmouth. Das Ningaloo Reef zählt zu den spektakulärsten Korallenriffen der Welt und hat den grossen Vorteil, dass man viele Bereiche direkt vom Strand aus ‘beschnorcheln’ kann. Viele Fische, Stachelrochen und Meeresschildkröten durften wir bestaunen.
Ein absoluter Höhepunkt unserer Reise war das Schnorcheln mit den Walhaien.
Die Walhai-Schnorcheltour war ein Erlebnis, das sich kaum in Worte fassen lässt. Mitten im offenen Meer ins Wasser zu springen und neben dem größten Fisch der Welt zu schwimmen, ist gleichzeitig beeindruckend und demütigend.
Trotz ihrer Größe wirken Walhaie unglaublich friedlich. Als ein 7 Meter langer Walhai langsam und elegant neben uns durchglitt, war für einen Moment alles andere vergessen. Dieser Augenblick gehört sicher zu den aussergewöhnlichsten Naturerlebnissen unseres Lebens.
Karijini Nationalpark – Australiens verborgenes Juwel
Zum Abschluss unserer Reise besuchten wir den Karijini Nationalpark mit seinen 2.5 Mia. Jahre alten Felsformationen. Tiefe rote Schluchten, natürliche Pools mit kristallklarem Wasser und spektakuläre Wanderungen durch enge Felspassagen prägen die Landschaft. Besonders faszinierend war der Kontrast zwischen der rauen, trockenen Umgebung und den versteckten Wasserstellen, die wie kleine Paradiese wirken.
Jede Schlucht hatte ihren eigenen Charakter und bot neue Überraschungen.
Fazit
Diese Route von Darwin über die Gibb River Road, Broome und Exmouth bis zum Karijini Nationalpark vereint alles, was Australien für Abenteuerreisende so besonders macht: einsame Landschaften, spektakuläre Natur, aufregende Offroad-Strecken und unvergessliche Begegnungen mit der Tierwelt. Es war eine Reise durch eine der letzten wirklich wilden Regionen unserer Erde. Und eine Reise, die noch lange nachwirkt, wenn der rote Staub Australiens längst von den Schuhen und aus den weissen Socken verschwunden ist.












